Stationen des Philharmonischen Chores Esslingen

aktualisiert am 8. August 2006

 

Johannes Brahms

Ein Deutsches Requiem

 

D-Requiem

Eßlinger Zeitung vom 4. Dezember 2004

Requiem für die Lebenden

Philharmonischer Chor führt Brahms auf

(red) Das deutsche Requiem von Johannes Brahms wurde am 18. Februar 1869 im Leipziger Gewandhaus uraufgeführt. Es ist kein Requiem im Sinne der lateinischen Totenmesse, vielmehr eine große, siebenteilige Trauerkantate. Die von Brahms vertonten Bibelstellen drücken Trost und Hoffnung aus. Unter der Leitung von Sabine Eberspächer gelang nun dem Philharmonischen Chor Esslingen, unterstützt von den Süddeutschen Kammersolisten, in der Frauenkirche eine besonders bewegende Interpretation dieses Werkes.

Sabine Eberspächer, auswendig und mit großer Leidenschaft dirigierend, führte Chor und Orchester zu einer homogenen Einheit zusammen. So erstrahlte die ganze Farbpalette der Brahms´schen Klangwelt in großer dynamischer Bandbreite. Der Philharmonische Chor präsentierte sich in Bestform und zeigte zarte, weitgespannte Melodiebögen im Wechsel mit dynamisch zupackender Artikulation.

Zu einem innigen Höhepunkt geriet das Sopransolo des fünften Satzes. Petra Labitzke sang die tröstlichen Worte mit großer Wärme und glockenrein über dem weichen Klangteppich des Chores. Der junge Bariton Martin Berner, frischgebackener Preisträger beim Bundeswettbewerb für Gesang in Berlin, bereitete mit starker Ausdruckskraft und einer wunderbar geführten Stimme den Boden für die furiosen Chorszenen des dritten und sechsten Satzes. Am Ende dankte das Publikum nach ergriffener Stille mit langem Applaus.

 

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