Stationen des Philharmonischen Chores
Esslingen
aktualisiert
am 30. Juli 2006
Felix Mendelssohn-Bartholdy
Elias
|
Eßlinger
Zeitung vom 21. Oktober 2003 Tiefe Einblicke in die Seele des Propheten ESSLINGEN: Philharmonischer Chor führt Mendelssohn-Bartholdys
„Elias-Oratorium“ in der vollbesetzten Frauenkirche auf Von Rainer Kellmayer Meisterhaft vertonte biblische Texte, eine ergreifende
Expressivität der musikalischen Sprache und effektvolle gesteigerte
Finalchöre – damit schuf Felix Mendelssohn-Bartholdy in seinem nach dem
„Paulus“ zweiten großen Oratorium „Elias“ ein grandioses Werk von
dramatischer Unmittelbarkeit, das sowohl Ausführende als auch Hörer direkt
berührt. Die bis heute ungebrochene Anziehungskraft dieser epochalen Komposition
zeigte sich auch bei der Aufführung durch den Philharmonischen Chor Esslingen
in der vollbesetzten Frauenkirche. Der „Elias“ hat, der fanatisch kämpfenden Natur des
Propheten entsprechend, vorwiegend dramatischen Charakter, und somit war die
Aufführung geprägt von einem hohen Spannungsgrad. Sabine Eberspächer führte
ihren Chor zu einer Präsenz, die nicht nur eine eindrucksvolle Klangkulisse
bot, sondern auch packende und mitreißende Szenen lieferte – und dies mit
klarer Artikulation und einem kultivierten, ausgeglichenen Klangbild. Damit
zeichneten die in Bestform singenden Choristen die wechselnden Stimmungslagen
zwischen Verzweiflung, Trotz, Beschwichtigung und Jubel adäquat nach. Donnerndes
Getöse Diese Stimmungen nahm das Orchester – die von Konzertmeister
Alexandar Maletic angeführten Süddeutschen Kammersolisten – auf, fand zu
nuancierter Klanggestaltung, von der eingangs fahlen Monotonie als
Illustration der Dürre, dem donnernden Getöse der Wasserwogen, dramatische
Klangeruptionen hin bis zu Momenten kontemplativer Ruhe im zweiten Teil des
Oratoriums. Der Elias-Darsteller Wolfgang Schöne (Bariton) ließ tief in die
Seele des Propheten blicken, der zunächst als unbarmherziger Hüter seines Glaubens
auftritt, zum Schluss aber – nach bitteren Niederlagen und Verfolgung – matt
und entkräftet, von Selbstzweifeln geplagt wird. Schöne ist ein Meister der
Deklamation und Klangfärbung: Jede Note, jede Silbe nutzte er dazu, die im
Text verborgene Gefühlstiefe auszuloten. Das bestens disponierte Solistenquartett wurde ergänzt
durch die schlanke Stimme der Sopranistin Sibylla Rubens, den mit
metallischem Strahlglanz hervorragend geführten Alt von Susanne Schaeffer und
tenoralem Schmelz, von Donat Havar mit modulationsfähiger Stimme in die
Aufführung eingebracht. Vokales
Glanzlicht Ein weiteres vokales
Glanzlicht setzte ein Solist der Aurelius Sängerknaben Calw, der von der
Kanzel herab mit glockenheller Stimme den Kirchenraum füllte. |
|||||
|
Zurück zum Anfang |
|
|||||
Web design Copyright by: winfried.schenke@gmx.de