Die aktuelle Kritik

Esslinger Zeitung vom 29. November 2011

Aktualisiert: 30. NOV 2011

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Hauptseite X_3.jpg

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Chorleitung X_3.jpg

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Probenplan X_3.jpg

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Konzertplanung X_3.jpg

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Lust mitzusingen X_3.jpg

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Ansprechpartner X_3.jpg

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Philharmonischer Chor X_3.jpg

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: unsere Aufführungen X_3.jpg

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Satzung X_3.jpg

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Impressum X_3.jpg

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: links X_3.jpg

 

 

 

 

 

Viel mehr als nur ein Halleluja

Von RAINER KELLMAYER


ESSLINGEN: Philharmonischer Chor präsentiert Händels „Messias“ in der Frauenkirche - Junge Solisten überzeugen

 

Eigentlich schade: Georg Friedrich Händels „Messias“ wird oft auf eine einzige Nummer, das berühmte Halleluja, reduziert. Dass der Komponist über diesen Wunschkonzerthit hinaus eine Fülle herrlicher Musik in sein Oratorium gepackt hat, wurde bei der Aufführung des Philharmonischen Chores Esslingen in der Frauenkirche erneut deutlich. Für Händel bedeutete das in Rekordzeit komponierte Oratorium eine Art Comeback: Um 1741, als seine italienischen Opern kaum noch jemand hören wollte, brachte „Der Messias“ dem Komponisten einen Riesenerfolg.

 

Neben der eingängigen Musik war ein Grund sicherlich das Libretto. Hier werden nicht nur unbekannte mythologische oder alttestamentarische Begebenheiten in Töne gesetzt, sondern Kernelemente der christlichen Lehre.

 

Sabine Eberspächer erlag nicht der Versuchung, die Partitur allzu plakativ umzusetzen. Sensibel gesteuert war die Temponahme, auf zügigen Grundtempi bestach sie mit flexiblen Anpassungen, aber auch mit ungeheuerer Ruhe und Anspannung in den meditativen Partien. Dem Chor verlangte Eberspächer viel ab:

Dynamische Differenzierung, technische Geläufigkeit und maximale Transparenz. Diese Vorgaben erfüllten die Choristen mit großem Einsatz. Stellenweise hätte man sich die Mittelstimmen zwar etwas kräftiger gewünscht – dennoch staunte man über die Homogenität und Präsenz des Klangs.

 

Klangschön und präzise

Da man auf den originalen englischen Text verzichtete, war der Hörer nicht auf das Programmheft angewiesen, konnte dank klarer Textverständlichkeit das Geschehen unmittelbar nachvollziehen.

 

Unterstützt wurde der Chor durch ein von Konzertmeister Albert Boesen angeführtes Ad-hoc-Orchester. Während die Bläser, insbesondere die vorzüglichen Trompeten, bei ihren eher sporadischen Einsätzen glänzten, lag die Hauptlast bei der Streicherfrakton.  Diese spielte über weite Strecken klangschön und präzise, und wenn das Gefüge der Geigen im Rausch der Sechzehntelnoten auseinanderzudriften drohte, brachte Boesen seine Mannschaft schnell wieder auf die Idealspur zurück.

Als Korrepetitorin der Gesangsklassen an der Stuttgarter Musikhochschule hat Sabine Erberspächer das Ohr direkt im Zentrum des Geschehens, kann aus einem kostbaren Fundus die Perlen der Nachwuchssänger herausfischen. So verwundert es nicht, dass die jungen Gesangssolisten auf durchweg hohem Niveau agierten. Allen voran Rabea Kramp, die ihren Part mit herrlicher Sopranstimme fesselnd und ausdrucksstark ausfüllte. Nicht weniger überzeugte der Bassist Daniel Raschinsky: Er fand die Balance zwischen kultiviertem Oratoriengesang und dramatischer Geste auf individuelle Weise. Christopher Kaplan brachte tenoralen Glanz ein, in der Höhe leider durch eine etwas nasale Klangfärbung gedämpft, und die Altistin Zografia - Maria Madesi hatte ihre stärksten stimmlichen Momente in der Mittellage.