Stationen des Philharmonischen Chores
Esslingen
aktualisiert
am 8. August 2006
Johann
Sebastian Bach
Wolfgang
Amadeus Mozart
Messe
c-moll KV 427
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Eßlinger
Zeitung vom 28. November 2000 Der Meister hätte seine helle Freude an
seinen Sängern gehabt
Philharmonischer Chor Esslingen ehrt seinen ehemaligen Dirigenten
Helmut Gramlich mit einem Gedächtniskonzert von Rainer Kellmayer Am 11. Januar
2000 musste Helmut Gramlich den Taktstock für immer aus der Hand legen. Mit
ihm verstarb eine Persönlichkeit, deren Bedeutung als Pädagoge, Dirigent und
Musikkritiker weit über Esslingen hinaus reichte. Der Name Gramlich ist auch
untrennbar mit dem Philharmonischen Chor Esslingen verbunden, welchen er –
von ihm im Jahr 1968 gegründet – bis zuletzt durch die musikalische Leitung
in vielen bedeutenden Aufführungen entscheident prägte. Der
Philharmonische Chor ehrte nun seinen ehemaligen Dirigenten am Abend des
Totensonntags in der Frauenkirche mit einem Gedächtniskonzert. Sollte Helmut
Gramlich vom Musikerhimmel herab die
Aufführung von Wolfgang Amadeus Mozarts c-Moll-Messe mit verfolgt haben, so
war er sicher mit der Leistung „seines“ Chores sehr zufrieden. Dieser zeigte
sich - von der neuen Dirigentin Sabine Eberspächer bestens präpariert – in
guter Form: Von den festlichen c-Moll-Dreiklangs-Motiven im „Kyrie“ über das
klangprächtige C-Dur des „Gloria“ und einem feierlich zelebrierten „Sanctus“
bis zum Schlusschoral aus Johann Sebastian Bachs Kantate „Du wahrer Gott und
Davids Sohn“, welcher für das in der Mozart-Messe fehlende „Agnus Dei“
eingeschoben wurde, hörte man einen
homogenen Chorklang, dessen Brillanz und Intonationsreinheit nur in der
Höhenlage der Soprane in Gefahr geriet und dessen Trumpfkarte die klare
Verständlichkeit des Textes war. Das Orchester
fügte sich mit dezentem Streicherklang und wunderschön gestalteten
Holzbläsersoli im „Et incarnatus est“ ebenso nahtlos in die Aufführung ein
wie die Gesangssolisten, von denen insbesondere den beiden Frauenstimmen von
Mozart dankbare Rollen zugewiesen wurden: Die beiden Sopranistinnen überzeugten
nicht nur in ihren Soloarien, sondern in erster Linie im Duett des „Domine“,
wo sich die helle Stimme von Kirsten
Drope und das dunkel gefärbte Organ von Ibolya Verebics bestens ergänzten. Eher marginal
eingesetzt, aber stimmlich bestens disponiert komplettierten Alexander Efanov
(Tenor) und der Bassist Volker Spiegel das Solistenquartett. Im eingangs
gespielten Doppelkonzert d-Moll für zwei Violinen und Orchester von J. S.
Bach zeigten Albert Boesen und Constanze Gahl-Schöne solistisches Profil.
Neben den Trioketten und Doppelgriffpassagen des stürmischen Finalsatzes konnte
vor allem der pastorale zweite Satz überzeugen, in dem die beiden Solostimmen
über den auskomponierten Generalbassakkorden zu einem innig aufblühenden
geigerischen Zwiegespräch fanden. |
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