Stationen des Philharmonischen Chores
Esslingen
aktualisiert
am 7. April 2009
Antonin
Dvořák
STABAT
MATER
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Eßlinger Zeitung vom 7. April 2009 Mit Klangfülle und
Expressivität
ESSLINGEN: Philharmonischer
Chor führt „Stabat Mater“ in der Stadtkirche auf Eine der eindrucksvollsten Vertonungen der
mittelalterlichen Mariensequenz, Stabat Mater, hatte ihre Keimzelle in
persönlichen Schicksalsschlägen des Komponisten: Im Schmerz über den Verlust
dreier seiner Kinder beschäftigte sich Antonin Dvorak in den Jahren 1876 und
1877 mit der Marienklage. Er schuf ein Werk intensiver Stimmungen und leidenschaftlicher
Klangfülle, doch bei allem tragischen Gehalt strahlt die packende Musik auch
Zuversicht und einen unerschütterlichen Glauben an die Zukunft aus. Mit der
Aufführung dieses ergreifenden Werkes, bei dem sich der Komponist nicht an
liturgische Formen hält und sich weitläufiger Textwiederholungen bedient,
stellte Sabine Eberspächer ihrem Philharmonischen Chor Esslingen eine
beachtliche Herausforderung. Doch die Sängerinnen und Sänger zeigten sich
bestens präpariert, und so erlebte man am Palmsonntag in Esslingens
Stadtkirche eine aufrüttelnde und klangintensive Darstellung des Leides und
der Schmerzen Marias unter dem Kreuz. Natürlich und in vokaler Schönheit
strömten die vielen lyrischen Passagen, so das zart, aber voller Spannung
gesungene „Virgo praeclara“. Umso überraschender kamen die Crescendi und die
Unisono-Fortissimi wie das erratische „Fac“, das Eberspächer in das „Eja
Mater“ mit seinem unerschütterlich fließenden Strom der Trauer stemmte. Doch
bei aller Klangfülle und Expressivität bewahrte der Chor stets die Biegsamkeit
und Transparenz, war in der Balance der Stimmgruppen bestens austariert. Mit
klarem Schlag steuerte Eberspächer die musikalischen Abläufe und band die
klangschön, aber nicht immer mit letzter intonatorischer Präzision
musizierenden Süddeutschen Kammersolisten in die Aufführung ein. Leuchtende Klangspuren
Die Gesangssolisten hatten es gelegentlich schwer,
gegen den recht dicken instrumentalen Klangteppich anzusingen, behaupteten
sich gegen Ende der Aufführung jedoch mehr und mehr. Besondere Glanzlichter
setzte die junge Sopranistin Evelin Novak. Wie sie mit müheloser Höhenlage
leuchtende Klangspuren setzte, mit der Strahlkraft ihres kostbaren Organs die
Forte-Passagen in den Kirchenraum schmetterte und völlig mühelos die
schwierigen Registerwechsel meisterte - all dies ließ erahnen, dass hier eine
große Sängerin heranwächst. Auch der kurzfristig eingesprungene Bassist Daniel
Raschinsky gab eine gute Visitenkarte ab. Mit mächtiger, dunkel gefärbter
Stimme sang er seine Partie, sich in den Ensembles einfühlsam integrierend,
im „Fac, ut ardeat“ hingegen sein volles Stimmvolumen entfaltend. Mit
angenehmer Stimme sang Zografia-Maria Madesi das Altsolo im „Inflammatus et accensus“
und Rüdiger Knöß brachte sich mit schlanker Tenorstimme ein. Solisten, Chor
und Orchester sorgten in harmonischem Miteinander für eine packende
Aufführung mit Tiefgang. Im Finale der zehnten Kantate erreichte der Klang
fast Verdi'sche Volumina, um dann die hoffnungsfrohe Botschaft des
Schlusschores wie in Stein gemeißelt nachwirken zu lassen. |
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